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Dezember 2013

Diakonie-Chef Gern: Arbeit der Jugendwerkstatt ist für viele bitter notwendig

„Brauchen Arbeitsmarktprogramme auf Bundes- und Landesebene“ – Ministerpräsident Bouffier überreicht 2500 Euro für Arbeit der Jugendwerkstatt Gießen


Ministerpräsident Bouffier bei der Scheckübergabe (Foto: Hartmann/EKHN)
 

Ministerpräsident Bouffier bei der Scheckübergabe (Foto: Hartmann/EKHN)

Ministerpräsident Bouffier informiert sich über die Arbeitsmöglichkeiten (Foto: Hartmann/EKHN)
 

Ministerpräsident Bouffier informiert sich über die Arbeitsmöglichkeiten (Foto: Hartmann/EKHN)

„Trotz sinkender Arbeitslosenzahlen verfestigt sich die Anzahl derer, die langfristig von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Daher sind Einrichtungen wie die Jugendwerkstatt für immer mehr Menschen bitter notwendig. Denn hier finden sie Perspektiven und es werden ihnen Chancen eröffnet. Hier werden sie aufgefangen und betreut, bekommen Hilfe zur Eingliederung in den Alltag und ins Berufsleben und können wieder Halt im Leben finden.“ Dies sagte Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, heute in der Jugendwerkstatt in Gießen, einer Mitgliedseinrichtung der Diakonie Hessen. Anlass war der vorweihnachtliche Besuch des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, der der Jugendwerkstatt für deren Arbeit einen Scheck in Höhe von 2500 Euro überreichte und sich ein Bild von der Arbeit machte.

„Seit 2010 wurden die Mittel für die Eingliederung von Arbeitslosen um 2,7 Milliarden Euro reduziert. Eine konstante und hohe Anzahl langzeitarbeitsloser Menschen kann auf Grund der Mittelkürzung nicht mehr adäquat qualifiziert und beschäftigt werden“, erinnerte Gern. Notwendig seien daher neue Arbeitsmarktprogramme, die auf Bundes- und Landesebene weiter entwickelt werden müssten: In Hessen leben etwa 45.000 junge Menschen bis 35 Jahre ohne Schulabschluss. Die Zahl der jungen Erwachsenen zwischen 25 und 35 Jahren ohne Berufsabschluss liegt in Hessen nach statistischen Schätzungen bei 300.000 Personen.

„Daher ist es wichtig, dass zum Beispiel das Programm der ,assistierten Ausbildung‘, bei der junge Menschen vor dem Beginn der Ausbildung oder während der Ausbildung selbst unterstützend begleitet werden, auf Landesebene umgesetzt wird, dass Angebote der Jugendberufshilfe ausgebaut werden und dass das Programm Qualifizierung und Beschäftigung finanziell abgesichert ist, sagte Gern.

Der Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier erklärte: „Die Frauen und Männer in unseren hessischen Sozialeinrichtungen leisten Vorbildliches – das ganze Jahr über. Mit viel Empathie und Nächstenliebe kümmern sie sich um ihre Mitmenschen und machen unser Land für alle freundlicher.“ Der Regierungschef lobte das Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramm der Jugendwerkstatt Gießen und dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Sie bereiten junge Menschen auf das Arbeitsleben vor und machen sie fit für die Zukunft. Es freut mich besonders, dass auch viele Ehrenamtliche mitanpacken und ihren Erfahrungsschatz weitergeben“, betonte der Ministerpräsident.
Der Betrag von 2500 Euro wird von der Jugendwerkstatt für die Neuausstattung des Computerschulungsraums genutzt.

Stichwort: Jugendwerkstatt Gießen
Die Jugendwerkstatt Gießen e.V. ist eine gemeinnützige Ausbildungs- und Qualifizierungsträgerin in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und Mitglied im Diakonischen Werk. Bereits seit 1982 fördert die Jugendwerkstatt persönliche, soziale und berufliche Kompetenzen, mit dem Ziel der erfolgreichen Eingliederung in Gesellschaft und Arbeitsmarkt. Der Verein Jugendwerkstatt Gießen e.V. wurde 1982 auf Initiative von Mitarbeitern der „Beratungsstelle für arbeitslose Jugendliche” der EKHN gegründet.
Zurzeit werden in der Jugendwerkstatt 270 Personen betreut, angefangen von Schülern bis hin zu Erwachsenen. 50 Mitarbeitende sind anleitend in der Werkstatt, als Sozialpädagogen oder in der Verwaltung der Jugendwerkstatt beschäftigt.
Mit einer kleinen Fahrradwerkstatt und einer Metallausbildung wurde die Arbeit im Jahr 1983 begonnen. Seitdem wurden die Aktivitäten kontinuierlich auf neue Gebiete (etwa Ausbildung für Tischler, Berufsvorbereitung, qualifizierende Beschäftigung für Langzeitarbeitslose) ausgedehnt. Auch die Zahl der qualifizierten Personen erhöhte sich kontinuierlich.
Mit der Eröffnung des Möbel-Recycling-Zentrums 1998 und dessen Um- und Ausbau wurden moderne Werkstätten und ein Gebrauchtmöbel-Kaufhaus in Betrieb genommen. Durch Recycling von Gebrauchtmöbeln und eine moderne Holzheizung erhielt die ökologische Orientierung eine neue Qualität. Seit 2003 wird an einer Konzentration und Zusammenlegung der Werkstätten in der Gießener Weststadt gearbeitet.


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